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Einleitungstext

Eine Arthrose ist eine degenerative Gelenksabnutzung, die jedoch oft aus einem Missverhältniss der Gelenksflächen zueinander, entsteht. 
Ursachen sind sowohl eine chronische Überbelastung (Sport, Beruf, Übergewicht) als auch posttraumatische Fehlstellungen.
Genetisch bedingte Erkrankungen der Gelenke (Entzündungen-Arthritis) und der Knochensubstanz (Osteoporose) fördern arthrotische Veränderungen.

 

Radiocarpale Arthrosen - Arthrosen des Handgelenkes


Die Arthrose zwischen der Speiche und der ersten Handwurzelreihe sind häufig das Ergebnis eines vorangegangenen Traumas, mit Begleitverletzungen wie Bandrupturen (SLAC-Wrist) oder nicht verheilten Brüchen des Kahnbeins (SNAC-Wrist). Fehlstellungen erwirken einen vorzeitigen Abbau der Gelenksknorpel und damit ein "Einschleifen" der Gelenksflächen mit einer reaktiven Entzündung der Gelenkshaut (Synovialitis). Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sind die Folge.

Unterschiedliche operative Möglichkeiten: 

Schmerzen bei Belastung und gute Beweglichkeit 
Denervation nach Wilhelm: 
Resektion mehrerer kleiner Gelenksnerven, die bei der Arthrose die Funktion des "Schmerzmelders" übernommen haben. Dadurch ist eine deutliche Schmerzreduktion im Alltag möglich.

Schmerzen auch ohne Belastung und bereits schlechte Beweglichkeit
Radiocarpale Fusion:
Bei Verblockung des radiocarpalen Gelenkes durch eine kleine Platte, bleibt die Beweglichkeit des mediocarpalen (mittleren) Gelenkes erhalten und lässt eine für den Alltag gute Bewegung zu.

Mediocarpale Fusion (Four Corner Fusion): Verblockung des mediocarpalen Gelenkes und Erhalt der Beweglichkeit im Radiocarpalgelenk

LT-Fusion : Verblockung des Mond- und Dreiecksbeins

RSL-Fusion: Verblockung der Speiche mit dem Mond- und Kahnbein

Proximal Row Carpectomy: hier wird bei noch gut erhaltener Gelenksfläche der Speiche, die erste Handwurzelreihe entfent (Pseudarthrose des Kahnbeins, M.Kienböck grad IV, SLAC und SNAC-Wrist usw.) 
Die Beweglichkeit des Handgelenkes erfolgt nun über das "Kopfbein". (Bild PRCE)

Arthrose des Daumensattelgelenkes (Rhizarthrose, STT-Arthrose)


Schmerzen im Bereich des Daumensattelgelenkes sind genau abzuklären.
Oft zeigt das Röntgen eine Arthrose des Daumensattelgelenkes in unterschiedlicher Ausprägung.

Im Anfangsstadium, treten Schmerzen nur bei bestimmten Belastungen auf (z.B. beim Aufdrehen einer Glasflasche).
Differenzialdiagnostisch ist ein Karpaltunnelsyndrom (Schmerzen vor allem in der Nacht) auszuschließen.

Später krepitiert das Gelenk und schmerzt auch in Ruhe. Die Beweglichkeit des Daumens ist eingeschränkt, er beginnt vor der Mittelhand zu liegen. 

Um wieder schmerzfrei zu werden, bevorzuge ich die Operation nach WEILBY.
Bei der Daumensattelgelenksresektion und Interpositionsarthroplastik wird das störende, eingeschliffene Vieleckbein entfernt. Als Ersatz wird ein abgespaltener Sehnenanteil eines Teils einer Abduktorsehne des Daumens als Aufhängung eingenäht.

Postoperativ tragen die Patienten einen kleinen Softcastgips für 4 Wochen, der von mir selber angelegt und 2x gewechselt wird. Damit wird die Adduktions-Fehlstellung des Daumens, die durch die Arthrose entstanden ist, korrigiert.

Ist ein eingeschliffenes Daumensattelgelenk nicht schmerzhaft, ist von einer Operation abzuraten.
Der Patient kompensiert die Rhizarthrose gut und kommt damit im Alltag zurecht.

Die Unterspritzung mit Eigenfett ist eine konservative Methode die in einem frühen Stadium der Rhizarthrose angewendet werden kann. In späteren Stadien ist der Gelenksspalt bereits geschlossen, das Eigenfett kann kaum mehr in das Gelenk eingebracht werden.
Die Wirkung hält unterschiedlich lang an (2 Monate- max 2 Jahre) 

Arthrosen der Mittelhand und der oberen Handwurzelreihe

CMC-Arthrosen)


Die Arthrose der CMC II bis CMC V-Gelenke entstehen häufig posttraumatisch durch Bandverletzungen. Durch Denervierungen (Durchtrennung kleiner Gelenksnerven) oder Arthroplastiken (Teilversteifungen oder Implantation eines Gelenksersatzes) gelingt es diese wieder schmerzfrei zu belasten.

Arthrosen der Finger (Heberden- und Bouchard-Arthrosen)

Die Heberden-Arthrose (benannt nach dem Londoner Arzt William Heberden 1710-1801) beginnt in den Fingerendgelenken.
Diese dabei sichbaren Knötchen nennen sich Heberden´sche Knoten. Die Überlastung der Endgelenke (z.B. Klettersport) führen zu einer Auslockerung des Kapselbandapperates und können damit die Arthrosebildung fördern. Genetische und hormonelle Ursachen sind jedoch überwiegend.
Die Bouchard-Arthrose bezeichnet eine arthrotische Veränderung der Fingermittelgelenke und finder sich seltener als die Heberden-Arthrose. Auch hier wird eine genetische Ursache diskutiert.

Durch Denervierungen (Durchtrennung kleiner Gelenksnerven) oder Arthroplastiken (Teilversteifungen oder Implantation eines Gelenksersatzes) gelingt es diese wieder schmerzfrei zu belasten.